Franziskus hatte nicht nur für seine Zeitgenossen, zumal für die Armen und gesellschaftlich Gestrandeten, ein offenes Herz, es öffnete sich auch der gesamten Schöpfung. So, wie er seine Liebe zu den Menschen aus der Nachfolge Jesu gewann, so auch seine spezifische Beziehung und seinen spezifischen Umgang mit der belebten und unbelebten Natur. Ja, er erkannte an ihr eine ungebrochenere Form des Gehorsams gegenüber Gott, als er sie bei den Menschen wahrnahm. Diese Einsicht war ihm offensichtlich aus dem Evangelium zugewachsen, insbesondere aus den Sätzen der Bergpredigt, in denen Jesus den Blick der Menschen auf die Vögel des Himmels, auf die Lilien des Feldes und auf das Gras lenkte. Die Vögel würden nicht säen, nicht ernten, keine Vorräte anlegen, der himmlische Vater ernährte sie. Und auch die Lilien auf dem Feld würden nicht arbeiten, nicht spinnen, der Herr lasse sie so prächtig gedeihen. Macht euch also keine Sorge, ihr seid doch viel mehr wert als sie (vgl. Mt 6,26-32).
Franziskus charakterisierte die Haltung der unbelebten und belebten untermenschlichen Natur gegenüber Gott als "Gehorsam".Er erinnerte "Saatfelder und Weinberge, Steine und Wälder und die ganze liebliche Flur, die rieselnden Quellen und alles Grün der Gärten, Erde und Feuer, Luft und Wind in lauterster Reinheit an die Liebe Gottes und mahnte sie zu freudigem Gehorsam."43 Wobei er wahrscheinlich etwas gegen den Begriff der untermenschlichen Natur gehabt hätte, weil ihm diese Abgrenzung zu scharf erschienen wäre angesichts der Tatsache, dass er sich die gesamte Schöpfung vereint vorstellte im gehorsamen Lobpreis des Schöpfergottes. Er empfand eine tiefe Freude, "wenn er zur Sonne aufschaute, den Mond betrachtete, zu den Sternen und dem Firmament aufblickte."44 Und sie nicht als Objekte ansah, die nur für sich sprachen. Sie waren für ihn durchlässig auf den Schöpfer.
4.2 Die Vogelpredigt
Berühmt geworden und all die Jahrhunderte überliefert worden ist seine Vogelpredigt, die er an Tauben, Krähen und Dohlen richtete, in der Nähe eines Ortes namens Bevagna im Spoletotal. Er ermahnte sie, den Schöpfer zu loben und zu lieben. "Er hat euch Gefieder zum Gewand, Fittiche zum Fluge und, was immer ihr nötig habt, gegeben. Vornehm machte euch Gott unter seinen Geschöpfen und in der reinen Luft bereitete er euch eure Wohnung." Da jubelten die Vögel, heißt es weiter.45 Man mag das für eine fromme Legende halten, aber angesichts heutiger Erkenntnisse der modernen Vogelforschung rückt das in ein ganz neues Licht.46 Tauben und Krähen gelten heute gewissermaßen als "kognitive Überflieger". Die seit Darwin tradierte Stufenleiter der Evolution des Gehirns von den Fischen zu den Amphibien, zu Reptilien, Vögeln, einfacheren Säugetieren und Primaten bis hin zum Menschen hat sich längst als nicht haltbar erwiesen. Unter den heutigen Ornithologen spricht sogar einer, ähnlich wie Franziskus, von den Vögeln als unseren Brüdern und Schwestern. Sie seien in ihren kognitiven Leistungen ähnlich erfolgreich wie wir. Sie rangierten in ihrer kognitiven Intelligenz nicht mehr weit abgeschlagen hinter den niederen Säugetieren, sondern ihr zwar ganz anders strukturiertes Gehirn entspreche in seiner funktionalen Leistung der reichgefalteten Großhirnrinde des Menschen, seinen "grauen Zellen".
Franziskus scheint dies aus seiner Nähe zum Schöpfer wie zur Schöpfung intuitiv erahnt zu haben. Er nahm die Vögel, wie sie waren. Diese Legende, die also nach heutigem Wissensstand einen wissenschaftlich nachvollziehbaren Wahrheitskern enthält, mag zu weiteren, wenn man so will, dann gelegentlich auch überbordenden Legendenbildungen geführt haben. Man denke an den berühmten Wolf von Gubbio. Dabei kann man hier zwei Stufen unterscheiden: eine sozusagen gemäßigtere Erzählform, die bei Celano begegnet, und eine überschäumende zweite, die die so genannten Fioretti überliefert haben.47 Nach Thomas von Celano hatte ein Rudel reißender Wölfe immer wieder die Bewohner des Dorfes Greccio heimgesucht, hatte Tiere und Menschen gerissen. Die Bewohner baten Franziskus um Hilfe, und er sagte ihnen zu, wenn sie von ihren Sünden abließen und Früchte der Buße brächten, würden die Wölfe von ihnen ablassen. Und so kam es auch.48 In den Fioretti wird die Szene dramatisch entfaltet. Die Bewohner des Ortes, diesmal ist es Gubbio, verfolgen, wie Franziskus sich außerhalb der Stadt mutig dem Wolf stellt, ihn als Bruder anspricht und mit ihm zu einem Friedensschluss kommt, der auf Dauer anhält.49 Diese sekundäre Ausgestaltung ist für die Fioretti bezeichnend. Geben sie sich doch selbst, wie schon ihr Name ausweist, als "bunter Blumenstrauß", den sie aus dem Leben des Franziskus gebunden hatten. Sie verstehen sich nicht als Bericht über historische Fakten, aber durchaus als etwas Lesenswertes - als "legenda" eben -, das das Franziskusleben der Nachwelt erschließen helfen sollte.
Dabei fühlt man sich unwillkürlich an Sätze bei Jesaja erinnert, in denen auf poetisch-bildhafte Weise das messianische Reich angekündigt ist: "Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten ... Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr..." (Jes 11,6-9).
4.3 Der Sonnengesang
Am nachdrücklichsten kommt die ganz und gar auf den Schöpfer hingeordnete Sicht der Schöpfung bei Franziskus in seinem Sonnengesang zum Ausdruck. Man mag es einerseits bedauern, dass dieser Gesang den Namen "Sonnengesang" trägt, weil das dazu verleiten könnte, ihn lediglich für eine Huldigung an die Sonne zu halten. Andererseits trifft diese Bezeichnung den Kern, weil in ihm die Sonne in einer poetischen Verdichtung geradezu für Gott zu stehen kommt. Was freilich alles andere meint als, Franziskus sei ein Sonnenanbeter gewesen.
Der Sonnengesang hat, was sich am leichtesten an seiner lateinischen Fassung erkennen lässt, eine klare Struktur.50 Er weist vierzehn Verse auf, von denen schon länger die Verse zehn und elf als sekundäre Einfügung gelten, zu denen ich aus strukturellen und inhaltlichen Gründen auch Vers dreizehn hinzuzählen möchte. Vom Aufbau her lassen sich drei Teile unterscheiden. Der erste Teil umfasst in den Versen 1 bis 4 in nuce sozusagen das Ganze des Sonnengesangs, das der zweite Teil in den Versen 5 bis 12 im einzelnen entfaltet und das im dritten Teil im Vers 14 eine abschließende Zusammenfassung erfährt.
I.
(1) Altissime, omnipotens, bone Domine,
tuae sunt laudes, gloria et honor et omnis benedictio.
(2)Tibi soli, Altissime, conveniunt,
et nullus homo est dignus te nominare.
(3) Laudatus sis, mi Domine, cum universa creatura tua,
principaliter cum domino fratre sole,
qui est dies, et illuminas nos per ipsum.
(4) Et ipse est pulcher et irradians magno splendore;
de te, Altissime, profert significationem. (1) Allerhöchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind Lob, Rum und Ehre und Lobpreisung.
(2) Dir, dem Höchsten, allein stehen sie zu,
und kein Mensch ist würdig, deinen Namen zu nennen.
(3) Gelobt seist du, mein Herr, mit deiner gesamten Schöpfung,
vor allem mit dem Herrn Bruder Sonne,
der der Tag ist. Und du leuchtest uns durch ihn.
(4) Er ist schön und strahlt in stattlichem Glanz,
er symbolisiert die Bedeutung, die du, Höchster, hast.
Das Gebet beginnt mit der Aussage, dass Gott alle nur denkbare Lobpreisung zusteht. Und es beginnt mit einer Einschränkung, die dem Lobpreis den Schwung zu nehmen scheint. Kein Mensch sei würdig, Gottes Namen zu nennen, auch Franz reiht sich hier in die Reihe der Unwürdigen ein. Erst nach diesem Selbsteinwand beginnt mit Vers 3 das Lob auf Gott: "Gelobst seist du, mein Herr, mit deiner gesamten Schöpfung." In diesem Vers lebt all das auf, was wir bisher mit Thomas von Celano als Zeugen über Franziskus' Schöpfungsverständnis gesagt haben. Franziskus macht in diesem Vers die Schöpfung gewissermaßen zum Subjekt bzw. zum Mitsubjekt, mit dem gemeinsam er den Lobpreis auf Gott anstimmt, cum universa creatura tua, mit der gesamten Schöpfung. Dann verdichtet er bzw. verdichtet sich für ihn die Schöpfung in der Sonne. Das "principaliter", das "vor allem" will nicht sagen, nun gehe es nur noch um die Sonne und der Rest der Schöpfung, eben noch so feierlich beim Namen genannt, sei wieder vergessen. Die Sonne steht hier als Symbol der Schöpfung und gleichzeitig - wie Vers 4 zeigt - als Symbol Gottes. Sie symbolisiert Gottes Schönheit, Gottes strahlenden Glanz, den er auf unser Leben wirft.
Mit diesem ersten Teil ist im Grunde alles gesagt, was nun im zweiten Teil entfaltet wird.
II.
(5) Laudatus sis, mi Domine, propter sororem lunam et stellas,
quas in caelo creasti claras et pretiosas et bellas.
(6) Laudatus sis, mi Domine, propter fratrem ventum et propter aerem et nubes
et serenitatem et omne tempus,
per quod das tuis creaturis alimentum.
(7) Laudatus sis, mi Domine, propter sororem aquam,
quae est perutilis et humilis et pretiosa et casta.
(8) Laudatus sis, mi Domine, propter fratrem ignem,
per quem noctem illuminas,
et ipse est pulcher et iucundus et robustus et fortis.
(9) Laudatus sis, mi Domine, propter sororem nostram matrem terram,
quae nos sustentat et gubernat,
et producit diversos fructus cum coloratis floribus et herba.
((10) Laudatus sis, mi Domine, propter illos, qui dimittunt propter tuum amorem,
et sustinent infirmitatem et tribulationem.
(11) Beati illi, qui ea sustinebunt in pace,
quia a te, Altissime, coronabuntur.)
(12) Laudatus sis, mi Domnie, propter sororem mortalem corporalem,
quam nullus homo vivus potest evadere.
((13) Vae illis, qui morientur in peccatis mortalibus;
beati illi, quos reperiet in tuis sanstissimis voluntatibus,
quia secunda mors non faciet eis malum.)
(5) Gelobt seist du, mein Herr, wegen Schwester Mond und der Sterne,
die du am Himmel geschaffen hast, klar und kostbar und schön.
(6) Gelobst seist du, mein Herr, wegen Bruder Wind und wegen Luft und Wolken
und wegen schönen und jeden Wetters, durch das du den Geschöpfen Nahrung gibst.
(7) Gelobst seist du, mein Herr, wegen Schwester Wasser, die nützlich ist
und bescheiden und kostbar und rein.
(8) Gelobt seist du, mein Herr, wegen Bruder Feuer, durch den du die Nacht erleuchtest;
er ist schön, ergötzlich und kraftvoll und stark.
(9) Gelobt seist du, mein Herr, wegen Schwester Erde, unserer Mutter,
die uns trägt und lenkt
und verschiedene Früchte und bunte Blumen und Kräuter hervorbringt.
(12) Gelobt seist du, mein Herr, wegen Schwester Tod,
der kein Mensch entrinnen kann.
Franziskus ersetzt in diesem Teil das "cum", das "mit der ganzen Schöpfung" durch das siebenmalige "propter", durch das siebenmalige "wegen". Offensichtlich eine feine stilistische Andeutung, dass dieser zweite Teil das im ersten Teil angespielte Thema des Gotteslobes entfalten will. Franziskus lobt Gott wegen Mond und Sternen, Wind und Wetter, Wasser und Feuer und, wie in einer Zusammenfassung, wegen der Erde. Es ist in der Tat der gelungene Versuch, mit der ganzen Schöpfung lobend vor Gott zu treten. Es ist also viel mehr als Solidarität mit der Schöpfung, die Franziskus hier zum Ausdruck bringt. Es ist sein Interesse und seine Absicht, dass sich die Schöpfung gemeinsam mit ihm als Schöpfung Gottes begreife, und sie gemeinsam ihr Lob und ihren Dank vor Gott tragen.
Der dritte Teil, nur aus einem einzigen Vers bestehend, bringt das überzeugend zum Ausdruck.
III.
(14) Laudate et benedicite Dominum meum,
gratias agite et servite illi magna humilitate.
(14) Lobt und preist meinen Herrn,
sagt ihm Dank und dient ihm in großer Demut.
Allein dieser letzte Vers kann auf überraschende Weise unseren Blick öffnen auf heute sich weltgesellschaftlich auftürmende, die Schöpfung betreffende Fragen wie den Umgang mit der Schöpfung, den Ressourcenverbrauch, die Umweltzerstörung, den Klimawandel einschließlich der Vorstellung, in den wohlhabenden Ländern müsse die Volkswirtschaft ständig als Motor steigenden Wachstums fungieren, ohne die negativen Folgen zu bedenken, die das für das globale Problem der weltweiten Armut hat. Überrascht stehen wir da vor der Frage: Haben wir es in der heutigen globalen Welt nicht exakt wieder mit diesen beiden Interessensschwerpunkten des Franziskus zu tun? Mit der notwendigen Wertschätzung der Schöpfung und der wachen Verantwortung für die Armen? Wobei sich heute klarer als damals zeigt, dass beides komplex miteinander zusammenhängt und die zwei Seiten ein und desselben Problems darstellt?
1) Vom Affen sollen wir abstammen?, soll damals die Frau des Bischofs von Worcester gefragt haben. Wir wollen hoffen, gab sie sich selbst die Antwort, dass das nicht wahr ist. Und wenn es wahr ist, wollen wir hoffen, dass es sich nicht herumspricht; vgl. Schmied, G., Das Rätsel Mensch - Antworten der Soziologie, Opladen 2007, 17.
2) Vgl. Striet, M. (Hg.), Wiederkehr des Atheismus. Fluch oder Segen für die Theologie?, Freiburg Basel Wien 2008.
3) Vgl. Knobloch, S., Der von Gott Berührte. Franz von Assisi im Lichte seiner Schriften, Münster 2007.
4) Vgl. Lateinische Fassung der Dreigefährtenlegende, in: Acta Sanctorum Octobris. Band 2, Antwerpen 1768, caput III., Absatz 29.
5) Vgl. Das Testament, Vers 15; zu diesem und weiteren Bezügen auf Franziskus' eigene Schriften siehe Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus von Assisi. Quellenschriften. Band 1, Werl 1980; Esser, C., Opuscula Sancti Patris Francisci Assisiensis. Bibliotheca Franciscana Ascetica. Tom. XII., Grottaferrata 1978.
6) Vgl. Testament, Vers 14; lateinisch "secundum formam Evangelii"
7) Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 173; bei der nichtbullierten Regel handelt es sich um nach dem Jahr 1209 entstehende Texte eines überarbeiteten Regelentwurfs, der als Vorlage für eine erweiterte Regel dienen sollte. Sie wurde als solche dem Papst nie vorgelegt. Bestätigt dagegen wurde im Jahr 1223 die so genannte bullierte Regel.
8) Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franzikus, 174; lateinisch: ...et Domini nostri Jesu Christi doctrinam et vestigia sequi; ich verweise hier und im Folgenden jeweils auf die Textstellen bei Hardick und Grau, obwohl ich meist eine etwas abweichende eigene Textfassung bevorzuge.
9) Zu den folgenden Ausführungen regten mich verschiedene Beiträge des Themenhefts "Jesus Christus" von Concilium 44 (2008) an.
10) Vgl.Queiruga, A. T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus: Gottheit "in" der Menschheit, in: Concilium 44 (2008) 282-292; hier 283.
11) Vgl. Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 174; nichtbullierte Regel, 1. Kapitel, Vers 1-2.
12) Thomas von Celano, Leben und Wunder des heiligen Franziskus von Assisi, Kevelaer 2001, 156-159.
13) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 158.
14) Vgl. die ähnliche Überschrift bei Queiruga, A. T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus.
15) Vgl. Queiruga, A. T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus, 282f.
16) Vgl. Fontes Christiani. Evangelii Infantiae Apocrypha. Apokryphe Kindheitsevangelien. Griechisch Lateinisch Deutsch. Freiburg Basel Wien 1995, 185.
17) Vgl. Queiruga, A. T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus, 284.
18) Zitiert nach Queiruga, A.T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus, 288.
19) Vgl. Ebner, M., Parademissionar Paulus. Perspektiven der gegenwärtigen exegetischen Diskussion, in: Herder Korrespondenz 62 (2008) 465-470.
20) Gewiss hatte die Volksfrömmigkeit der damaligen Zeit den Menschen Jesus von Nazaret nie ganz aus den Augen verloren, aber sie lief immer Gefahr, nur bei seinem Menschsein stehen zu bleiben und darin nicht die "Grammatik seiner Gottheit" zu erkennen. Ein Beispiel, dass es auch anders ging, lieferte Thomas von Kempen (1380-1471) in seiner "Imitatio Christi". Darin steuert er, möglicherweise unbeabsichtigt, gegen einen heimlichen Monophysitismus an, der vor lauter Betonung der Gottheit in Jesus sein Menschsein vernachlässigte. Der vierte Band der "Imitatio Christi", in dem von der heiligen Kommunion die Rede ist, zeichnet in überraschend kräftigen Farben das Bild des Menschen Jesus, nicht damit dahinter seine Gottheit verblasse, sondern umgekehrt aus seinem Menschsein emergiere.
21) Vgl. zum Folgenden Queiruga, A. T., Das Geheimnis von Jesus dem Christus, 282-292; Wilfred, F., Christologischer Pluralismus. Einige Überlegungen, in: Concilium 44 (2008) 331-341.
22) Vgl. Wilfred, F., Christologischer Pluralismus, 339.
23) Vgl. Lk 19 41; Joh 11,35; Mt 4,3; 21,18; Joh 4,7; Mk 8,33; Lk 22,39-46; Joh 18,23 und viele ähnliche Stellen
24) Vgl. auch Sobrino, J., Jesus und das Reich Gottes. Mitleiden, Gerechtigkeit, Mahlgemeinschaft, in: Concilium 44 (2008) 312-322; hier 312.
25) Vgl. Schillebeeckx, E., Christus und die Christen. Die Geschichte einer neuen Lebenspraxis, Freiburg Basel Wien 1977, 873f.
26) Man muss bedenken, dass all unsere Rede von Gott, von Jesus als dem Gottessohn udgl. niemals den Charakter bloß symbolischer Rede hinter sich lassen kann, was aber genau nicht bedeutet, dass sie sich damit in eine wolkige nichtssagende Rede auflöse; vgl. dazu Haight, R., Jesus. Symbol of God, New York 2002, hier zitiert nach Wilfred, F., Christologischer Pluralismus, 333: "Nimmt man zum Beispiel die Christologien des Markus und Matthäus einfach als positive Aussagen, die aus der gleichen Perspektive in nichtsymbolischer Sprache gemacht wurden, dann könnte man nicht beide in vollem Umfang gleichzeitig vertreten. Doch das widerspricht natürlich der einen Tatsache: Man kann alle neutestamentlichen Christologien durchaus zusammen vertreten. Das ist genau deshalb so, , weil es sich um symbolische Aussagen (Hervorhebung S. K.) über transzendente Aspekte Jesu Christi handelt, die von verschiedenen Perspektiven aus konzipiert wurden und ihren Gegenstand nicht adäquat ‚enthalten'."
27) Alle Bekenntnistexte sind entnommen aus Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung. Neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, Regensburg 121986.
28) Vgl. 1 Kor 1,23: Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten.
29) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 421.
30) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heilgen Franziskus, 183; nichtbullierte Regel, 9. Kapitel, Vers 5; vgl. Knobloch, S., Der von Gott Berührte, 71.
31) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 297.
32) Vgl. Thomas von Celano, Leben und Wunder, 297-298.
33) Vgl. Thomas von Celano, Leben und Wunder, 98.
34) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 98.
35) Vgl. Sobrino, J., Jesus und das Reich Gottes, 319.
36) Vgl. Thomas von Celano, Leben und Wunder, 301.
37) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 164; bullierte Regel, 4. Kapitel, Vers 1.
38) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 165.
39) Vgl. Thomas von Celano, Leben und Wunder, 299-300.
40) Vgl. Ruggieri, G., Zeichen der Zeit. Herkunft und Bedeutung einer christlich-hermeneutischen Chiffe der Geschichte, in: Hünermann, P. (Hg.), Das Zweite Vatikanische Konzil und die Zeichen der Zeit heute, Freiburg Basel Wien 2006, 67.
41) Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 213.
42) Vgl. Wilfred. F., Christologischer Pluralismus, 339.
43) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 153; Gehorsam war in der Tat eine Grundformel seines Lebens; vgl. Knobloch, S., Der von Gott Berührte, 9-30.
44) Thomas von Celano, Leben und Wunder, 152.
45) Vgl. Tomas von Celano, Leben und Wunder, 133.
46) Vgl. Müller-Jung, J., Die weise Taube, in: FAZ, 13. Dezember 2008, 42.
47) Fioretti. Franz von Assisi in der Legende seiner ersten Gefährten, Luzern und Frankfurt am Main 1972.
48) Vgl. Thomas von Celano, Leben und Wunder, 254.
49) Vgl. Fioretti, 69-77.
50) Die im Lateinischen erkennbare klare Struktur ist der Grund, weshalb ich hier der deutschen Fassung die lateinische voranstelle; vgl. Knobloch, S., Der von Gott Berührte, 120-121.
51) Hardick, L., Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 100.
52) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 65.
53) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 64.
54) Hardick, L. Grau, E., Die Schriften des Heiligen Franziskus, 199.
55) Vgl. Stegemann, W., Vorwort des Herausgebers, in: Ward, G., Auf der Suche nach der wahren Religion, Stuttgart 2009.
56) Viele strömen heute in die Fitness-Center.
57) Vgl. Lumen gentium 16.
58) Wie zum Beispiel das Kloster zu Unserer Lieben Frau in der City von Frankfurt am Main.
59) Schon da ist es wichtig, sie nicht nur von ihrer Notlage her zu definieren. Wir haben ja auch gelernt, nicht mehr von "Behinderten" zu sprechen, als würde sie das umfassend definieren, sondern von "Menschen mit Behinderung".
60) Vgl. Nientiedt, K., Frankreich: Papstbesuch in Paris und Lourdes, in: Herder Korrespondenz 62 (2008) 495.