Die bayerischen Kapuziner
Bruder Konrad von Parzham

Ein Heiliger aus unserer Ordensprovinz:
Bruder Konrad von Parzham
Mehr über den Klosterpförtner von Altötting erfahren Sie hier.

P. Viktrizius Weiß
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    Nachrichten aus der bayerischen Kapuzinerprovinz
    Nachrichten aus der bayerischen Kapuzinerprovinz
    Treffen der Rosenheimer Kloster-Ministranten aus 50 Jahren
    Größtes Treffen aktiver und ehemaliger Ministranten in Bayern


    Aktueller Ministrant (Foto: Karl Kleiner)


    Ehemalige: Diakon Helmut Greißl, Würzburg und Augenarzt Dr. med. Walter Sondermayer, München (Foto: Klosterministranten)

    Für alle Ministranten, die in den vergangenen 50 Jahren im Kapuzinerkloster St. Sebastian in Rosenheim den Altardienst verrichtet haben, fand am 17. Oktober in Marienberg die größte Zusammenkunft von ehemaligen und aktiven Ministranten in Bayern statt, mit über 100 Teilnehmern.
    Erzbischof Reinhard Marx ließ den Ministranten eine Grußbotschaft und seinen oberhirtlichen Segen zukommen.
    In Anwesenheit der Ministrantenpatres P. Benno, Guardian im Kapuzinerkloster Rosenheim, P. Eduard und P. Karl, sowie des „Primus superior ministri“, Alfred Fässler, fand ein Dankgottesdienst statt, anschließend ein gemütliches Beisammensein.
    Ein altes Rosenheimer Sprichwort sagt: „St. Nikolaus hat den besten Mesner, Christkönig den besten Pfarrer und’s Kloster hat die besten Ministranten.“
    Die „Rosenheimer Klosterministranten“ stellen in Tat und Wahrheit bis auf den heutigen Tag eine einzigartige Gemeinschaft dar, deren Faszination darin besteht, daß hier alle, ohne Unterschied von Alter und gesellschaftlicher Stellung, eine Gemeinschaft bilden, die durch das Dienen am Altar in den Jahren der Kindheit und Jugend positiv geprägt worden ist.
    Aus dieser Gemeinschaft sind zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgegangen: Schauspieler wie Günther-Maria Halmer, Mediziner wie Prof. Dr. Bernhard Kemkes, Prof. Dr. Gernot Klein, Prof. Dr. Dr. Helmfried Klein, Dr. Walter Sondermayer, Künstler wie Akademiedirektor Richard J. Herler, Wissenschaftler wie Dr. Eugen Hofstätter.

    Zwei Apfelbäumchen zur Begrüßung

    München-St. Anton. Beim Erntedankgottesdienst wurden Pater Wolfgang Eggerbauer (Mitte) und Bruder Pirmin Heppner (links) aus dem Konvent St. Anton in der Nachbarpfarrei St. Andreas als neuer Pfarradministrator und Diakon begrüßt. Der Gottesdienst fand im Pfarrsaal statt, da die Andreaskirche derzeit wegen Renovierungsarbeiten gesperrt ist. Die zwei Kapuziner bekamen zum Einstand jeder ein Apfelbäumchen geschenkt, die im Klostergarten von St. Anton eingepflanzt werden und so das Zusammenwachsen der beiden Pfarreien versinnbildlichen sollen.
    Text und Foto: Florian Ertl --
    P. Bernardin im 100. Lebensjahr gestorben


    P. Bernardin Eggerbauer +

    Wenige Wochen bevor er einhundert Lebensjahre vollenden konnte, wurde Pater Bernardin Eggerbauer heimgerufen vom Herrn. Dies geschah zu Beginn des Festtages der heiligen Klara. Das Heim, in dem er zuletzt gepflegt wurde, stand unter dem Schutz dieser Heiligen aus Assisi.

    Pater Bernardin hat zeit seines Lebens auf Jesus Christus hingewiesen und hinbegleitet. Mit zunehmendem Alter hat er dies immer gelöster getan, immer mehr innerlich befreit von eigenen Ängsten, die ihn in seinen frühen Priesterjahren bedrängt hatten.

    Fünf Jahre nach seiner Priesterweihe musste er 1940 als Sanitäter in den Krieg ziehen. Verwundet kehrte er gegen Kriegsende in seine Heimat zurück. Die Oberen wiesen ihm das Amt eines Novizenmeisters zu. Im klösterlichen Gehorsam nahm er diesen Auftrag an, innerlich voller Angst, die sich durch Strenge den Novizen gegenüber auswirkte. Die Ordensjugend damals kam mit neuen Vorstellungen und wollte einen neuen Aufbruch im Orden.

    Doch Pater Bernardin konnte nicht in Selbstzweifeln stecken bleiben. Nacheinander wurde er in vier Klöstern Hausoberer. Seine innere Freude und sein innerer Friede machten ihn offen für die Anliegen der jungen Mitbrüder und für die Anliegen der jungen Ordensfrauen.

    Im Jahr 1998 musste er die Pflege des St. Klaraheimes in Alötting in Anspruch nehmen und war in den letzten Lebensjahren nur noch phasenweise ansprechbar. Sein Leben war angefüllt von Arbeit und Fleiß, von Gebet und seelsorglichem Einsatz. Er war ein treuer Diener seines Herrn.

    Werner Labus, ofm cap

    P. Marinus Parzinger als Pfarrer eingeführt

    München. Bei einem festlichen Gottesdienst wurde Pater Marinus Parzinger (46) als neuer Pfarrer der Pfarrei St. Joseph in München-Schwabing installiert."Es ist ein schöner und großer Dienst, der uns aufgetragen ist", so Dekan David Theil, der Pater Marinus die symbolischen Kirchenschlüssel überreichte. Er wünschte dem neuen Pfarrer, dass es ihm gelingen möge "im Namen des lebendigen Gottes die Menschen zum Leben zu ermutigen". "Trau dich zu leben. Gott ist mit dir", so Theil. Beim anschließenden Empfang im Klostergarten wurde ein Rosenstock gepflanzt, auf dass der neue Pfarrer in der Gemeinde bald ebenso verwurzelt sein möge.

    Pater Marinus ist übrigens kein Unbekannter in St. Joseph: Von 1994 bis 1997 wirkte er bereits als Kaplan an gleicher Stelle. Dieses Amt hat heute Pater Sunil Kachappally (35) inne, ein Mitbruder aus der Kapuzinerprovinz in Kerala/Indien.

    Text/Foto: Florian Ertl

    P. Florian Mayerle gestorben


    P. Florian Mayerle +

    Pater Florian war stolz darauf, dass er in Wittislingen zur Welt kam, einem Ort, der mit dem heiligen Ulrich, dem Bischof von Ausgsburg, in Verbindung stand. Am 29. Dezember 1920 erblickte er das Licht der Welt. Nach Gymnasium und Abitur wartete auf ihn sogleich die Einberufung zum Militär. Er erlebte die Grausamkeit des Weltkrieges. Für ihn ging diese harte Zeit zu Ende, als er in die amerikanische Gefangenschaft geriet. 1947 entschloss er sich, in die Gemeinschaft der Kapuziner einzutreten. Dort vertauschte er seinen Namen "Anton" mit dem des "Florian". 1951 legte er die Ewigen Gelübde ab und erhielt zwei Monate später die Priesterweihe. Das seelsorgliche Wirken führte den Priester zu verschiedenen Orten. Es zählten dazu Aschaffenburg, Augsburg und Wemding. Siebzehn Jahre hindurch war er zuständig für das Krankenhaus in Eichstätt. Alles, was er aufgetragen bekam, tat er aus ganzem Herzen. Ob es die Leitung eines Konventes war, die Betreuung von Vertriebenen und Aussiedlern oder die spirituelle Prägung des Dritten Ordens, alles war ihm ein wirkliches Anliegen. Auffallend war in seinem ganzen Wirken der große Ernst. Als seine Gesundheit allmählich nachließ, nahm ihn die Pflegestation der Schwestern des Dritten Ordens in München auf. Am 23. Februar 2009 ging sein Leben und Wirken hier auf Erden zu Ende. Auf dem Kapuzinerfriedhof in Eichstätt wurde seine sterbliche Hülle beigesetzt.
    P. Siegfried Huber verabschiedet

    M-St. Joseph. Die Schwabinger Josephskirche war vollbesetzt, als sich Kapuzinerpater Siegfried Huber (74) als Pfarrer verabschiedete. Zum bewegenden Festgottesdienst waren Geistliche aus den Nachbarpfarreien und Ordensmitbrüder gekommen, darunter auch sein Nachfolger Pater Marinus Parzinger(45). Provinzial Pater Josef Mittermaier dankte Pater Siegfried in seiner Predigt: »Du hast die Gemeinde als guter Hirte geführt.« Die Pfarrei schenkte ihrem Seelsorger zum Abschied ein Messgewand.

    Der beliebte Pfarrer vom Schwabinger Josephsplatz ist eine Institution im katholischen Münchner Milieu: Von 1970 bis 89 wirkte er an der Josephskirche als wohl dienstlängster Kaplan in der jüngeren Geschichte des Münchner Erzbistums. 1998 kehrte er als Pfarrer für die rund 8.000 Katholiken von St. Joseph zurück. Dazwischen lag ein Altöttinger Intermezzo, wo er als emsiger Wallfahrtskustos wirkte und in St. Magdalena ein Jugendhaus aufbaute.

    Zur schwarzen Muttergottes kehrt der Ordensmann, der oft etwas vom Witz und Charme seines Gründers Franziskus ausstrahlt, nun zurück.

    Text/Foto: Florian Ertl


    P. Simpert Kienle starb am 25.Dezember 2008 mit 87 Jahren

    Gott, der Herr, hat am Hochfest von Weihnachten, 25. Dezember 2008, seinen treuen Diener, unseren Mitbruder P. Simpert Kienle OFMCap zu sich in sein Reich gerufen.
    Am Dienstag, 22. Dezember, kam P. Simpert wegen einer Lungenentzündung von seinem Zimmer der Kuratie auf die Station 14 des Krankenhauses des Dritten Ordens. In den Mittagsstunden des Hochfestes von Weihnachten ist er plötzlich und überraschend am Herzversagen verstorben.
    P. Simpert Kienle wurde am 22. November 1921 in Zaumberg bei Immenstadt geboren.
    Nach Krieg und russischer Gefangenschaft trat er am 21. September 1945 in den
    Kapuzinerorden ein;
    Zeitliche Profess am 22. September 1946, ewige Profess am 22. September 1949, Priesterweihe am 29. Juni 1950.
    P. Simpert stand also im 88. Lebens -, 64. Ordens- und 59. Priesterjahr.
    In seinen vielfältigen Aufgaben war er
    von 1952 bis 1963 Koadjutor im Noviziat in Laufen,
    von 1965 bis 1967 Volksmissionsleiter für die Diözese Speyer in St. Ingbert und Blieskastel,
    von 1967 bis 1986 Präses der Schwesternschaft des Dritten Ordens, Vorstand der Krankenfürsorge des Dritten Ordens, Superior und Definitor (1067 bis 1970),
    von 1986 bis 1991 Spiritual bei den Dillinger Franziskanerinnen,
    von 1991 bis 2001 Wallfahrtsseelsorge in Blieskastel
    von 2001 bis 2006 Wallfahrtseelsorger in Altötting, Mithilfe in der Umstrukturierung der Konvente
    seit 2006 in München Nymphenburg, Mithilfe in der Alten- und Krankenseelsorge der Kuratie.

    Seine Liebe und Begeisterung für die Heilige Schrift, die Liturgie der Kirche und die Quellen des Franziskus- und Kapuzinerordens brachten Orientierung und Ermutigung für das Leben in unseren Gemeinschaften. Durch die fundierten Kenntnisse im Glaubensleben als Kapuziner und in seiner Ruhe und Gelassenheit war er wegweisend. P. Simpert verdanken wir das Gelingen der Umstrukturierungen am Wallfahrtsort Altötting.

    Versteckt in einem Heuwagen kamen vor 407 Jahren die ersten Kapuziner nach Augsburg. Über Jahrhunderte wirkten sie in der Stadt als Seelsorger. Am 26. Oktober 2008 verließen die beiden verbliebenen, Siegbert Mayer und Guido Kreppold ihr Kloster. Der Provinzial der Kapuziner bat die Kirchenbesucher beim letzten Festgottesdienst um Verständnis für die Auflösung. Die Zahl der Ordensmitglieder ist stark zusammengeschrumpft.
    Prälat Bertram Meier vom Domkapitel Ausgburg dankte den Kapuzinern für die vielen Dienste. Er erinnerte an herausragende Männer wie Jakob Mair, der im 17. Jahrhundert als „Engel der Pestkranken“ galt. Lukas Fischbacher, der 1882 starb und von einem der längsten Trauerzüge zum Grab geleitet wurde, Josef M. Ried, der 1902 starb und es verstand, das Herz der Männer aufzuschließen. Das letzte Grab tat sich auf für Heinz Naab, der 2002 verunglückte. Die Kapuziner haben in unauffälligem Wirken ein Kapitel der Augsburger Stadtgeschichte geschrieben.


    Viktrizius Weiß   Franziskus Valdes

    Wenn ein Seligspechungsverfahren für einen frommen Katholikan ansteht, dann ist es erforderlich, dass nach einer Anrufung seines Namens ein Wunder geschieht. Bei zwei Kapuzinern aus der bayerischen Provinz wurde die genaue Sichtung und Beurteilung einer Gebetserhörung bei den zuständigen Diözesen vor kurzem abgeschlossen und nach Rom weitergeleitet. Es handelt sich um Pater Viktrizius Weiß aus Eggenfelden und Pater Franziskus Valdes aus Santiago, der später Bischof von Osorno in Chile wurde. Eine abschließende Bestätigung durch römische Kommissionen würde bei vielen eine große Freude auslösen.


    Pfarrer P. Wolfgang Eggerbauer segnet Kreuze im neuen Pfarrheim von St. Anton in München

    M-St. Anton. Ihr neues Pfarrheim im alten Kapuzinerkloster weihte die Pfarrei St. Anton in der Isarvorstadt ein. Pfarrer Pater Wolfgang Eggerbauer (Foto) segnete nach dem Gottesdienst die Kreuze, die anschließend von Vertretern der einzelnen Gemeindegruppen in den Räumen aufgehängt wurden. Im März findet die Abschlussfeier nach dem Umbau des gesamten Komplexes statt. Dann steht in der renovierten Schmerzhaften Kapelle die Altarweihe an und die Kapuziner, die ihr Provinzialat hierher verlegt haben, werden offiziell in ihrer neuen Niederlassung begrüßt.

    Text/Foto: Florian Ertl


    Feier des Transitus am Vorabend des Franziskusfestes in München-St. Joseph

    In franziskanischen Orden, Gemeinschaften und Pfarreien ist es guter Brauch, am Abend des 3. Oktober den so genannten "Transitus", also das Sterben und den Heimgang des heiligen Franziskus, zu begehen. In München feierten ihn heuer erstmals die beiden Kapuzinerpfarreien St. Anton und St. Joseph zusammen. Die liturgische Feier in der Schwabinger Josephskirche war von Laien und Kapuzinern aus beiden Gemeinden und Konventen vorbereitet worden. Anschließend fanden verschieden gestaltete Andachtsstunden statt mit unterschiedlichen Texten und musikalischen Elementen. Die gemeinsame Komplet bildete den Abschluss.

    Der gemeinsame Abend in guter Gemeinschaft könnte zugleich, so ist es der Wunsch des Provinzials Pater Josef Mittermaier, der Beginn eines stärkeren Austausches und zukünftigen Zusammenarbeit bei besonderen Anlässen zwischen den beiden Kapuziner-Konventen, dem Provinzialat und den Pfarreien sein.

    Text/Foto Florian Ertl


    P.Michael Tupec starb im 77.Lebensjahr

    P. Michael Tupec verstarb am Dienstag, 19. August 2008, im Klinikum Harlaching in München im 77. Lebensjahr, im 55. Ordensjahr und im 51. Jahr seines priesterlichen Wirkens.

    P. Michael wurde am 24.05.1932 in Liebau Schlesien Ljubavka Polska (im Riesengebirge) Landkreis Landeshut in der Diözese Breslau geboren und auf die Namen Georg Karl getauft. Er wuchs mit seinen zwei Schwestern in Reichenberg im Sudetenland auf. Im Dezember 1945 wurde der 13 Jährige mit seiner Familie aus der Heimat ausgewiesen. Seit August 1946 wohnte die Familie in Kempten / Allgäu. Im Studienseminar St. Fidelis in Regensburg machte er 1952 sein Abitur. Aufnahme in den Orden am 07.09.1952 in Laufen
    Zeitliche Profess am 08.09.1953 in Laufen
    Ewige Profess am 08.09.1956 in Eichstätt
    Priesterweihe am 29.06.1958 in Eichstätt

    Seine Einsatzgebiete waren nach seiner theologischen und pastoralen Ausbildung
    von 1960 bis 1961 in Passau und Altötting Vizepräses der MC und Homiletikstudent
    von 1961 bis 1986 in Passau Vizerektor des Pastoralkurses
    ab 1964 Domprediger, Dozent für Homiletik und Rektor des Pastoralkurses
    von 1986 bis 1989 in Passau zusätzlich zu den vorgenannten Aufgaben Mitglied in der Provinzleitung
    von 1989 bis 1995 in München St. Joseph Provinzial
    von 1995 bis 1998 in Aschaffenburg Exerzitienleiter und Rundfunkprediger
    von 1998 bis 2002 in Maria Buchen bei Lohr am Main Wallfahrtsseelsorger, Exerzitienleiter und Rundfunkprediger
    von 2002 bis 2005 in Blieskastel im Saarland Wallfahrtsseelsorger, Exerzitienleiter und Rundfunkprediger
    von 2005 bis 2008 in Eichstätt Exerzitienleiter

    Der Dienst am Wort des lebendigen Gottes war ihm ein tiefes Anliegen, dem er sich mit Energie und Leidenschaft gewidmet hat. Unzähligen Menschen hat er in seinen Exerzitienkursen, Predigten, den Ansprachen beim Bayerischen Rundfunk, Deutschlandfunk und Radio Vatikan Hoffnung und Zuversicht des Glaubens geschenkt. Priester und Ordensleute stärkte er durch sein Wort, das er aus dem Wort der Heiligen Schrift schöpfte und im Glauben der Kirche verankert wusste. Als Dozent für Homiletik bildete er von 1961 bis 1989 die Priester und pastoralen Mitarbeiter der Diözese Passau zum Predigtdienst aus. Den jungen Mitbrüdern unseres Ordens war er ein aufgeschlossener Lehrer. P. Michael hat sich neun Jahre als Definitor und Provinzial für die Bayerische Kapuzinerprovinz eingesetzt. Mehrere Bischöfe haben ihn zu verschiedenen Diensten in der Weltkirche berufen.

    P. Michael hat seine ganze Kraft im Dienste für unsere Provinz, des Weltordens, der Kirche und vor allem der Diözese Passau und für unzählige Menschen zur Verfügung gestellt. Die Versöhnung der Menschen in seiner Heimat und darüber hinaus in Zentral- und Osteuropa war ihm ein drängendes Anliegen. Am 5. Juli dieses Jahres traf ihn in Eichstätt ein Schlaganfall. Nach verschiedenen Krankenhausaufenthalten kam er am 11. August 2008 auf die Pflegestation des Kreszentiastiftes bei St. Anton in München. Zwar gesundheitlich geschwächt verstarb er plötzlich und unerwartet am Abend des 19. August 2008. Der Herr nehme ihn auf in seinen Frieden. Unser Herr und Gott vergelte ihm alles in reichem Maße!

    P. Josef Mittermaier, Provinzial

    Siehe auch die Predigt von Generalvikar Dr. Hillenbrand, Würzburg, beim Requiem am 25.08.2008 in Altötting


    P.Caspar von Ballestrem starb im 79.Lebensjahr

    Am Montag, 9. Juni 2008, hat der Herr des Lebens seinen treuen Diener, unseren lieben Mitbruder P. Caspar Graf von Ballestrem OFMCap in sein ewiges Reich gerufen.
    Er stand im 79. Lebens-, 57. Ordens- und 53. Priesterjahr und starb im Pflegeheim der Barmherzigen Schwestern St. Adelheid in Ruhpolding.
    Ludwig Caspar Graf von Ballestrem - so hieß Pater Caspar vor seinem Eintritt in den Kapuzinerorden - kam am 6. Januar 1930 in Oberschlesien als der zweite Sohn des oberschlesischen Industriellen Nikolaus Graf von Ballestrem zur Welt. Insgesamt hatte er sieben Geschwister. Auf das Gymnasium ging er in Gleiwitz und dann- nach der Flucht nach Bayern- in Regensburg, wo er 1949 sein Abitur machte. Bereits ein Jahr später trat er am 27. August 1950 in den Kapuzinerorden ein, zunächst als Novize in Laufen/ Salzach. Er legte am 8. September die einfache Profess ab und wurde nach seinem Studium in Eichstätt am Peter- und Paul- Tag 1955 zum Priester geweiht. Es folgten nach zwei Monaten Wallfahrtsseelsorge in Altötting folgende Stationen:
    1956 – 1959 Katechet in Mainburg
    1959 – 1961 Kaplan in München St. Joseph
    1961 – 1965 Diözesanseelsorge in Augsburg
    In diese Zeit fällt seine Entwicklung zum „singenden Pater“. Er dichtete und komponierte religiöse und sozialkritische Songs, die zunächst einen großen Erfolg hatten, auf Schallplatten vielfach verbreitet wurden und zu einigen Konzertreisen geführt haben. 1965 wurde ihm die Errichtung der neu gegründeten Pfarrei und des Klosters in Karlstadt am Main übertragen. Dort musste er mühsame Aufbauarbeit leisten. 1971 wurde er Militärpfarrer, zunächst als Standortpfarrer in Sonthofen, dann bei den Marinefliegern bei Flensburg bis zum Jahr 1979. Es folgten fünf Jahre im St. Konradkloster in Altötting als Guardian. Das wichtigste Ereignis in dieser Zeit war der Besuch des Heiligen Vaters, Johannes Paul II., der in Altötting bei den Kapuzinern wohnte. Pater Caspar konnte sich mit ihm auf Polnisch verständigen. Beim Abschied kniete Pater Caspar vor ihm hin, küsste seinen Ring, und der Papst soll ihm ins Ohr geflüstert haben: „Halt die Ohren steif, mein Kleiner“.
    Dann traten gesundheitliche Probleme auf. Von 1984 bis 1989 konnte er noch den Dienst des Krankenhausseelsorgers in Vilsbiburg ausüben, 1989 siedelte in das Kloster Burghausen um.
    1992 musste er eine schwere Rückenoperation über sich ergehen lassen. Rehabilitationsversuche hatten keinen Erfolg. Seit 1993 ist er gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt im Pflegeheim St. Adelheid in Ruhpolding. In dieser Zeit musste er viele gesundheitliche Einbrüche mit mehreren Klinikaufenthalten erleben. In seinem Leben ist er oft als Pilger unterwegs gewesen: einmal in Israel, dreimal in Rom, siebenmal in Lourdes. Fröhlichkeit ist das Kennzeichen dieses wechselvollen Lebens. Wie Pater Caspar in seiner langen und schweren Krankheit seine Fröhlichkeit aufrechter erhalten konnte, ist sein Geheimnis. Bei seinem 50jährigem Priesterjubiläum sang ihm der Kinder- und Jugendchor der Pfarrgemeinde Ruhpolding sein wohl bekanntestes Lied vor: „Wenn du einen dann und wann nicht leiden kannst, dann geht die Liebe erst an. Wenn Du mit einem dann und wann ins Streiten kommst, dann geht die Liebe erst an. Der Herr vergab dem Schächer und dem, der ihm die Nägel einschlug, drum sei kein blinder Rächer, es gibt ja unter Menschen Streit genug.“ P. Caspar konnte zu seinem Lied nicht mehr mit den Füßen wippen oder mit den Fingern schnalzen. Seine Augen strahlten! In der Passauer Diözese wurde sein Lied „Maran atha“ in das Gotteslob aufgenommen (GL 830): „Maran atha! Herr, komm doch wieder in Deiner Herrlichkeit.“ Der Herr, für den P. Caspar gesungen, gebetet, gepredigt und gelebt hat, möge ihn aufnehmen in seine Herrlichkeit. Den Schwestern und allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Pflegeheim St. Adelheid sei ein herzliches Vergeltsgott für den treuen und liebevollen Dienst an unserem Mitbruder gesagt. P. Caspar hat sich auch in seiner Krankheit und Hilfsbedürftigkeit im Hause St. Adelheid sehr wohl gefühlt.
    Requiem: Samstag, 14. Juni 2008 um 10.00 Uhr in St. Magdalena in Altötting. Anschließend Beisetzung im Friedhof bei der St.-Anna- Basilika.

    Kapuzinerbruder Eginhard Hofmeier starb mit 92 Jahren

    Wohl vorbereitet für den letzten irdischen Pilgerweg verstarb am vergangenen Donnerstag im Kapuzinerkloster St. Magdalena in Altötting Bruder Eginhard Hofmeier. Vielen Altöttingern und unzähligen Wallfahrern war der Mesner der Bruder Konrad Kirche eine vertraute Persönlichkeit. 35 Jahre versah er treu, gewissenhaft und freundlich den Dienst am Heiligtum des Bruder Konrad, bis er 2002 diese verantwortliche Aufgabe in die Hände seines viel jüngeren Nachfolgers Bruder Agidius legen konnte.

    Bruder Eginhard war als Norbert Hofmeier als sechstes von fünfzehn Kindern in Rögling im Landkreis Donauwörth geboren worden. Er erlernte das Handwerk des Bau- und Möbelschreiners, das er später auch im Kloster, z.B. auch im ehemaligen Burghauser Kloster St. Anna, hervorragend beherrschte. Im Krieg erlebte er schwere Jahre an den Fronten in Österreich,Polen, Frankreich und zuletzt Russland, wo er schwer verwundet wurde. 1948 kehrte er aus der Gefangenschaft in Sibirien heim.

    Doch 1967 kam er vom Burghauser Kapuzinerkloster ins Kloster St. Konrad nach Altötting, um hier am Heiligtum des Bruder Konrad den Mesner zu machen. Für ihn gilt das Gleiche, was man über den heiligen Konrad sagt: Er hat nichts Außerordentliches geleistet, aber das, was er getan hat, hat er außerordentlich gut getan. Bruder Konrad war gut vierzig Jahre Pförtner, Bruder Eginhard gut fünfunddreißig Jahre Mesner: Täglich ganz in der Frühe die Kirche auf- und spät zusperren; täglich für meist viele Messen, Andachten, Weihen alles gewissenhaft vorbereiten und wieder aufräumen; vielen Pilgerführern, fremden Priestern und Ministranten, Organisten und Helfern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen; umsichtig und freundlich zu bleiben, auch wenn manches schief ging; neue Situationen und Terminverschiebungen positiv aufzufangen oder zu ertragen; fragende, fordernde, aber auch lästige Leute mit Gleichmut auszuhalten dies alles ist viel mehr, als einmal etwas Großartiges, Plakatives und Schönes zu schaffen. Bruder Eginhard hat sich hier wahrlich große Verdienste erworben. Und dabei ist er selber gläubig und fromm geblieben!

    Aber das war nicht alles: Der geschickte Mensch und der gelernte Handwerker sind in ihm geblieben. Wieviele Handgriffe hat er doch gemacht, wieviele Reparaturen fachkundig ausgeführt, wieviele Fehler an Heizung und Aufzug behoben. Er kam zurecht und kannte sich aus. Und er war immer gleich da.

    Wir Kapuziner wollen niemand heiligsprechen; es ist nicht unsere Aufgabe. Aber wir wollen unserem Bruder Eginhard ein ganz ehrliches Vergelts Gott in die Ewigkeit nachrufen für seine Treue im Orden, für seinen Dienst am Heiligtum, für sein gelebtes Glaubenszeugnis und seine Gebete und für sein stilles und geduldiges Lebenszeugnis in den letzten, schweren Jahren. So möge sich das Wort aus dem Psalm 26,7 erfüllen, das er am 8. Dez. 1949 auf sein Profeßbildchen drucken liess: "Eines nur erflehe ich vom Herrn, zu wohnen in seinem Hause alle Tage meines Lebens!"

    P. Felix Kraus, Guardian

    Die Menschen, die mich liebten, sollen mich nicht vergessen;
    denen, die mich umsorgten, möchte ich danken;
    jene, die ich kränkte, um Verzeihung bitten;
    denn ich habe die Reise angetreten zu dem Ort,
    wo es weder Schmerzen noch Dunkelheit gibt."

    Dieses sein Testament hat er für sein Sterbebildchen gewünscht als das Vermächtnis eines oftmals kantigen, und doch strahlenden priesterlichen Charakters. Ausdrücklich hatte er sich dafür gewünscht ein Bild vom hl. Bruder Konrad und die Anrufung: "0 himmliche Frau Königin, bitte für ihn"!

    Am 10. Mai 1917 wurde er im sudetenschlesischen Braunsberg, Erzdiözese Olmütz geboren und auf den Namen Rudolf getauft. Seine Entscheidung für den Kapuzinerorden ist schon recht bald gefallen; mit 17 Jahren wurde er 1934 als "Frater Knud" in Prag eingekleidet, ein Jahr später legte er dort die zeitlichen Gelübde für drei Jahre ab. 1935 entschied er sich in Olmütz endgültig für das Ordensleben. Seine Studien machte er in Beust (Holland), Olmütz, Eichstätt (1939), zuletzt in Leitmeritz. Der Bischof ahnte die Kriegsgefahr und ordnete für seine Theologen an, dass der Stoff in Trimestern durchgepaukt werden soll. So war Knud mit dem Studium fertig, aber für die Priesterweihe noch zu jung. Rom gestattete die Priesterweihe mit 23 Jahren. Die noch fehlenden drei Monate schenkte ihm der Bischof und weihte den erst 22jährigen am 25. Februar 1940. Zwei Monate später wurde er tatsächlich zur Wehrmacht eingezogen, kam nach Frankreich und dann als Sanitäter zum Afrika-Corps. Im Mai 1943 geriet er in Gefangenschaft, und wurde his zu seiner Entlassung im Juli 1946 Lagerpfarrer in Texas. Kardinal Spellman von New York, damals zugleich Militärbischof, hatte ihn mit allen (Sonder-)VoIlmachten eines (amerikanischen!) Militärseelsorgers ausgestattet.

    Nach seiner Militärzeit wirkte er ein Jahr in Altötting (bis 1947), drei Jahre in Türkheim (Diözese Augsburg, bis 1950), und von da ab ständig in der Diözese Würzburg in den Klöstern Königshofen, Würzburg, Aschaffenburg, Mariabuchen, dazwischen 15 Jahre in der Pfarrseelsorge in Schweinfurt und Euerheim. Seit 1985 gehörte er zum Kloster Aschaffenburg als gern gehörter (Kurz-)Prediger und geschätzter geduldiger Beichtvater. Im November 2004 stürzte er schwer, war fortan an den Rollstuhl gefesselt und fand eine neue Heimstatt im hiesigen Wohnstift St. Elisabeth, wo er eine liebevolle Pflege fand und deshalb gerne dort weilte. Priester und Laien erbaten weiterhin seinen Dienst als Beichtvater, was ihm Freude und Erfüllung gab. Sein Rat war geschätzt im Heimbeirat, in den man ihn gewählt hatte.

    An seine Mitbrüder bestellte er "Grüße nach Bedarf", und ließ sich gerne zu Festlichkeiten ins Kloster holen. Freudig nahm er aus Anlass der Feier seiner 65 Priesterjahre im Jahre 2005 als Zeichen der Anerkennung durch die Diözese Würzburg, die Liborius-Wagner-Plakette entgegen.

    Bis zuletzt war er geistig aktiv und interessiert. Noch am Samstag, den 1. März hatte er mit einer Betreuerin ausgemacht, dass sie ihn am Sonntag zum Gottesdienst in die Hauskapelle schieben sollte. Doch in der Nacht rief ihn der Herr zu sich ins Paradies in die freudige Liturgie des Himmels, für uns überraschend, und doch war er stets bereit, falls der "Chef" ihn rufen sollte.

    P. Martin Geißlreiter


    Br. Hidulf Filser starb mit 76 Jahren

    Er war der letzte Schneider in der Bayerischen Kapuzinerprovinz: Br. Hidulf Filser. Am Karsamstag, den 07.04.2007, starb er nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren im Krankenhaus des Dritten Ordens in München Nymphenburg. Am 12.04.2007 wurde er im Anschluss an das Requiem in der St. Anna Basilika zu Altötting in der Kapuzinergruft in der Bruder-Konrad-Kirche beigesetzt.

    Geboren wurde Alfons-Maria Filser, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, am 05. Januar 1931 in München. In den Orden der Kapuziner trat der am 16.08.1949 in Laufen ein. Am 07.09.1950 legte er dort auch die einfache Profess ab. Die ewige Profess folgte am 12.09.1954 in Regensburg. Weitere Stationen seines klösterlichen Wirkens waren Würzburg, Karlstadt, München St. Anton, Augsburg, Kempten, noch einmal Regensburg, München St. Joseph und Vilsbiburg. Am 16.01.1999 kam er nach Altötting St. Konrad. Mit der vorübergehenden Auflösung des Konventes übersiedelte er am 01.12.2003 nach Altötting St. Magdalena.

    Die Aufgabe von Br. Hidulf war gemäß seines erlernten Berufes schwerpunktmäßig die Schneiderei. Als Schneider achtete er bei seinen Mitbrüdern gewissenhaft darauf, dass sie ordentlich gekleidet waren und "nicht Armut mit Schlamperei verwechselten". Doch Br. Hidulf, der früher oft auch im Pilgerheim der Marianischen Männerkongregation in der Küche mithalf und in Altötting als Nikolaus auftrat, war nicht nur Schneider. Er war auch zeitweilig als Koch und Pförtner und bisweilen als Sakristan und Kollektor eingesetzt. Besonders als Kollektor in seiner Zeit in Würzburg und Karlstadt hatte er zu vielen Menschen Kontakt und es entwickelten sich lange währende Freundschaften, die bis zu seinem Tod andauerten. Am Karsamstag 2007 gab er sein Leben in die Hände Gottes zurück.

    R.I.P.

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