Erzdiözese Wien - Hl. Maria von den Engeln
Kaiserin Anna,
die Gemahlin der Kaisers Matthias, hegte den Wunsch, nahe der Burg
zugleich mit einem Kapuzinerkloster auch eine Begräbnisstätte zu bauen
und errichtete in ihrem Testament vom 10. November 1618 hiefür eine
Stiftung. Da die Kaiserin noch im selben und ihr Gemahl im folgenden
Jahr starb, verzögerte sich die Gründung. Am 8. September 1622 nahm im
Beisein Kaiser Ferdinands II. und seines Hofes Kardinal Franz von
Dietrichstein, Fürstbischof von Olmütz, die feierliche Grundsteinlegung
vor. Die Ungunst der Zeit (Dreißigjähriger Krieg) ließ den Bau nicht so
rasch vorankommen als man erwartete. Deshalb wurde 1627, als der größte
Teil der Kirche fertig war, der Hochaltar, die rechte Seitenkapelle
Mariä Opferung und der Altar in der Krypta unter dem Presbyterium
geweiht. Erst nach weiteren fünf Jahren, am 25. Juli 1632, konnte der
Wiener Bischof Anton Wolfrath die Weihe der Kirche unter dem Titel
"Maria von den Engeln" vornehmen.
Zur Zeit der Türkengefahr
wirkte hier P. Emmerich Sinelli von Komorn. Er war Konferenzminister
Kaiser Leopolds I. und von 1681-1685 Bischof von Wien. Damals lebte auch
der berühmte Prediger P. Prokopius von Templin in dieser Stadt. Aufs
engste mit der Befreiung Wiens von der Türkengefahr verbunden ist der am
27. April 2003 durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochene P.
Markus von Aviano, Päpstlicher Legat, der 1699 starb und vor dem rechten
Seitenaltar (Pieta-Altar) beigesetzt ist.
In den Jahren
1840-1842 wurde das bereits baufällige Kloster unter Kaiser Ferdinand 1.
niedergerissen und in seiner heutigen Form erbaut. Die Kirche hingegen
wurde in ihrer ursprünglichen Gestalt belassen.
Während des Zweiten
Weltkrieges musste das Kloster Teile für militärische Zwecke abtreten
und hatte in der Endphase des Krieges Bombenschäden zu erleiden. Im
Jahre 1970/71 wurden die wertvollen Hochaltäre und die Altar und
Chorbilder, das große Hochaltar, und Chorbild schon um 1950 gründlich
restauriert.
In
der Kirche befinden sich Gemälde von P. Norbert Baumgartner, ein
Marmoraltar, Peter Strudel zugeschrieben, und eine Kopie des
Gnadenbildes Maria, Trösterin der Betrübten. Die Renovierung des
Innenraumes erfolgte im Jahre 1976.
Die Kaisergruft unter der
Kirche, dem Kloster und Klostergarten, in der 150 Personen beigesetzt
sind, darunter 12 Kaiser und 17 Kaiserinnen, gehört zu den bedeutendsten
Sehenswürdigkeiten von Wien.
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